Kürzungen bei der Eingliederungshilfe

Kürzungen bei der Eingliederungshilfe: Was EDS-Betroffene jetzt wissen müssen

  1. April 2026  •  Vorstand Deutsche Ehlers-Danlos Initiative e.V.  •  ca. 4 Minuten Lesezeit

⚠︎  Demo Berlin: 5. Mai 2026, 15:30 Uhr, Brandenburger Tor  •  Petition bis 25. Mai 2026 unterzeichnen!

Dieser Beitrag erreicht Sie in einem Moment, in dem wir als Gemeinschaft besonders gefragt sind. Zwei Themen bewegen uns zutiefst – und beide hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint.

 

Was hinter den geplanten Sozialkürzungen steckt

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat im April 2026 ein internes Regierungsdokument veröffentlicht, das unter dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ mehr als 70 Kürzungsvorschläge enthält – mit einem bezifferten Volumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Das tatsächliche Kürzungsvolumen liegt erheblich höher, da knapp zwei Drittel aller Vorschläge gar nicht mit konkreten Zahlen unterlegt sind.

Betroffen sind vor allem Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche – und damit auch viele Menschen, die mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom leben.

Was konkret geplant ist

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung haben die Pläne analysiert. Folgende Maßnahmen drohen:

  • Abbau individueller Rechtsansprüche – zum Beispiel auf Schulbegleitung
  • Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderung
  • Pauschalierungen in der Eingliederungshilfe statt individueller, bedarfsgerechter Unterstützung
  • Zurückdrängung von Teilhabe und Inklusion
  • Aushebelung der Errungenschaften des Bundesteilhabegesetzes (BTHG)

 

Vollständiges Dokument des Paritätischen Wohlfahrtsverbands (PDF)

 

Warum die Kürzungen EDS-Betroffene besonders hart treffen

Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist eine seltene, vererbbare Bindegewebserkrankung. Die Diagnose dauert im Durchschnitt zehn bis fünfzehn Jahre. Viele Betroffene sind auf Leistungen der Eingliederungshilfe, auf Schulbegleitung oder auf individuelle Unterstützungsmaßnahmen angewiesen – genau jene Leistungen, die nun zur Disposition stehen.

Werden individuelle Rechtsansprüche pauschaliert oder gestrichen, verlieren viele EDS-Betroffene den Anspruch auf maßgeschneiderte Hilfe. Was nach Effizienz klingt, bedeutet für die Betroffenen: weniger Selbstbestimmung, mehr Isolation, schlechtere Gesundheitsversorgung.

Gleichzeitig steigt der Bedarf an Selbsthilfestrukturen. Je mehr staatliche Strukturen zurückgebaut werden, desto mehr übernehmen Vereine wie wir. Das ist kein Naturgesetz – es ist eine politische Entscheidung, die wir nicht akzeptieren.

„Wir sind fassungslos und wütend. Teilhabe ist kein Luxus – sie ist ein Menschenrecht.“

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung haben klar gemacht: Diese Pläne untergraben sowohl die UN-Behindertenrechtskonvention als auch die UN-Kinderrechtskonvention. Dass sie ohne Einbindung von Selbstvertretungs- und Fachverbänden erarbeitet wurden, ist ein demokratischer Skandal.

 

Petition gegen Kürzungen: Jetzt unterzeichnen – noch bis 25. Mai 2026

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat beim Deutschen Bundestag eine Petition eingereicht: Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Das Quorum von 30.000 Unterschriften wurde bereits in der ersten Woche erreicht. Aber: Je mehr Mitzeichnungen bis zur Frist eingehen, desto stärker der politische Druck.

⏳  Mitzeichnungsfrist: 25. Mai 2026

➡  Jetzt unterzeichnen: epetitionen.bundestag.de – Petition 195716

Bitte teilen Sie die Petition in Ihrem Netzwerk. Jede Stimme verstärkt das politische Signal.

 

Demo am 5. Mai in Berlin: Auf die Straße für Menschenrechte

Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung finden am 5. Mai 2026 bundesweit Demonstrationen statt. Das Motto: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar!“

Die zentrale Demonstration in Berlin startet um 15:30 Uhr am Brandenburger Tor. Die Route führt über Unter den Linden zum Roten Rathaus, wo von 16:30 bis 17:30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Alle Infos:

  • 📅  Datum: Dienstag, 5. Mai 2026, 15:30 Uhr
  • 📍  Treffpunkt: Brandenburger Tor, Berlin
  • 🏁  Route: Unter den Linden → Rotes Rathaus
  • 🎤  Abschlusskundgebung: Rotes Rathaus, 16:30 – 17:30 Uhr

 

www.protesttag-behinderte.de

Aktion Mensch – Mitmachmöglichkeiten Aktionstag 5.5.

 

BAG SELBSTHILFE: Befragung zu Gesundheitskompetenzen chronisch Erkrankter

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe führt aktuell eine wissenschaftliche Befragung mit Unterstützung des BKK Dachverbandes durch. Untersucht wird, wie chronisch erkrankte Menschen mit ihrer Erkrankung umgehen und wie die Selbsthilfe sie besser unterstützen kann.

Als Mitglied der BAG SELBSTHILFE unterstützen wir dieses Projekt ausdrücklich.

Kontakt: Roland Rischer  •  ro************@*************fe.de  •  www.bag-selbsthilfe.de

 

30 Jahre EDS-Initiative: Jubiläumsfachtag in Fulda, 5.–7. Juni 2026

Inmitten dieser politisch turbulenten Zeit setzen wir ein kraftvolles Zeichen der Gemeinschaft. Unser 30-jähriger Jubiläumsfachtag findet vom 5. bis 7. Juni 2026 im Hotel Esperanto in Fulda statt – drei Tage voller Begegnungen, Wissen und Austausch für Betroffene, Angehörige, Ärzte und Freunde der Initiative.

Jubiläumsfachtag auf einen Blick

  • Datum: 5.–7. Juni 2026 (Freitag bis Sonntag)
  • Ort: Hotel Esperanto, Esperantoplatz 4, 36037 Fulda
  • Highlight: Fachvortrag Prof. Dr. Norbert Weiss, Universitäts-GefäßCentrum Dresden
  • Programm: Fachtagung • Mitgliederversammlung • 30-Jahre-Festakt • Familienwochenende

 

Der Fachtag ist mehr als eine Veranstaltung. Er ist unser größtes Zeichen: Wir sind viele, wir sind sichtbar, und wir bleiben laut. Gerade jetzt, wo politische Einschnitte drohen, ist Vernetzung und gegenseitige Stärkung wichtiger denn je.

Anmeldung & Programm: www.ehlers-danlos-initiative.de

 

30 Jahre für EDS-Betroffene: Unterstützen Sie unsere Arbeit

Seit 30 Jahren begleitet die Deutsche Ehlers-Danlos Initiative e.V. Menschen mit EDS – mit Beratung, Vernetzung, Fachzeitschrift, Notfallausweis und regionalen Treffen. Ausschließlich ehrenamtlich, ausschließlich für Betroffene.

Die öffentliche Förderung wird knapper. Während staatliche Strukturen zurückgebaut werden, wächst der Bedarf an dem, was wir tun. Jede Spende sichert unsere Arbeit direkt.

  • 25 € = 1 EDS-Notfallausweis für einen Betroffenen
  • 50 € = 1 Ausgabe EDS Nachrichten für alle Mitglieder
  • 100 € = 1 regionales Mitgliedertreffen organisieren

 

Jetzt spenden: www.ehlers-danlos-initiative.de/spenden

Steuerlich absetzbar • Gemeinnützigkeit anerkannt • 850+ Mitglieder bundesweit

 

Fazit: Jetzt ist die Zeit zum Handeln

Die politischen Entwicklungen der vergangenen Wochen müssen uns aufrütteln. Kürzungen bei der Eingliederungshilfe sind kein technisches Verwaltungsthema – sie sind ein Angriff auf Grundrechte von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen.

Werden Sie aktiv. Unterzeichnen Sie die Petition. Kommen Sie zur Demo. Melden Sie sich für den Fachtag in Fulda an. Und wenn Sie können: Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass notwendige Unterstützung erhalten bleibt und die Rechte von Menschen mit Behinderung geschützt werden.

 

Quellen und weiterführende Links

Petition Bundestag (ID 195716) – Frist 25. Mai 2026

Paritätischer Wohlfahrtsverband – Drohender Kahlschlag 2026 (PDF)

Demo 5. Mai Berlin – Europäischer Protesttag

Aktion Mensch – Mitmachmöglichkeiten Protesttag 5.5.

Fachverbände für Menschen mit Behinderung

BAG SELBSTHILFE

 

 

Deutsche Ehlers-Danlos Initiative e.V.

Postfach 1619 • 90706 Fürth • bu***@*****ni.de  •  +49 (0) 911 97923810 (Anrufbeantworter)

Gemeinnützigkeit anerkannt • Stand: April/Mai 2026

Mein Kind in der Schule

 

 

Sehr geehrte Eltern,

wir laden Sie herzlich ein, an einer bundesweiten Online-Elternbefragung „Mein Kind in der Schule: Unterstützung und Barrieren im Schulalltag von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf“ teilzunehmen.

Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte möchte mit Ihrer Unterstützung mehr über den Schulalltag von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Behinderungen erfahren – unabhängig davon, ob Ihr Kind eine allgemeine Schule oder eine Förder- bzw. Sonderschule besucht.

Ziel ist es, die Perspektiven von Eltern und den Schulalltag Ihrer Kinder sichtbar zu machen und besser zu verstehen. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie uns dabei, strukturelle und individuelle Herausforderungen im Schulalltag aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis zu entwickeln.

Der Fragebogen ist

  • in mehrere Sprachen übersetzt,
  • kann in Einfacher Sprache beantwortet werden,
  • und ist über Videos in Deutscher Gebärdensprache (DGS)

Teilnehmen können Sie vom 31.07.2025 bis 11.09.2025 unter folgendem Link: Umfrage

Zur Befragung

  • Dauer: 20–30 Minuten
  • Datenschutz: Die Teilnahme ist freiwillig und
  • Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung: ko*****@************se.de

Weitere Informationen zum gesamten Forschungsprojekt „Praktische Hürden beim Zugang zur inklusiven Schule“ finden Sie auf unserer  Projektwebsite

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen!

Dr. Britta Schlegel

Projektverantwortliche und Leiterin der Monitoring-Stelle UN- Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte

 

Einfache Sprache

Sehr geehrte Eltern,

wir laden Sie herzlich zu einer Online-Befragung ein. Die Befragung ist für Eltern in ganz Deutschland.

Das Thema ist:

Mein Kind in der Schule.

Wie kann man Kinder mit Förderbedarf unterstützen? Und was ist im Schulalltag schwierig?

Das will die Befragung herausfinden.

Es gibt eine Stelle, die die UN-Behindertenrechtskonvention überwacht. Die Stelle gehört zum Deutschen Institut für Menschenrechte.

Die Stelle möchte mehr über den Schulalltag von Kindern mit Behinderung wissen. Dafür braucht die Stelle Ihre Unterstützung.

Es ist egal, ob Ihr Kind auf eine allgemeine Schule oder eine Förderschule geht.

Wir wollen den Alltag von Eltern und Kindern sichtbar machen. Wir wollen den Alltag auch besser verstehen.

Wenn Sie mitmachen, helfen Sie uns dabei.

Wir wollen zeigen, was im Schulalltag schwierig ist.

Das gilt für die Struktur der Schule und für einzelne Dinge.

Wir wollen dann Tipps für die Politik und die Praxis entwickeln. Der Fragebogen ist in mehrere Sprachen übersetzt.

Man kann in Einfacher Sprache antworten.

Man kann ihn über Videos in Deutscher Gebärdensprache (DGS) bekommen. Sie können von 31. Juli 2025 bis 11. September 2025. teilnehmen.

Hier ist der Link:   Umfrage

 

 

Zur Befragung:

Die Dauer ist ca. 20-30 Minuten.

Datenschutz: Sie müssen nicht teilnehmen und niemand erfährt, dass Sie teilgenommen haben.

Sie haben Fragen?

Dann können Sie uns gern schreiben. Unsere E-Mail-Adresse ist: ko*****@************se.de

Das Forschungsprojekt heißt „Praktische Hürden beim Zugang zur inklusiven Schule“.

 

Weitere Informationen zum ganzen Projekt finden Sie auf unserer Projektwebsite

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen!

 

 

Dr. Britta Schlegel

Sie ist die Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention. Das heißt, sie ist für die Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention zuständig.

Sie arbeitet beim Deutschen Institut für Menschenrechte.